Der Bauch lernt noch

Das Verdauungssystem eines Babys reift nach der Geburt weiter. Beim Saugen und Trinken kann Luft mitgeschluckt werden. Das kann drücken und unangenehm sein, ist aber nicht automatisch eine Erkrankung.

Starkes Weinen wird schnell als „Bauchweh“ gedeutet. Manchmal steckt tatsächlich Verdauung dahinter; häufig können auch Müdigkeit, viele Reize oder Schwierigkeiten beim Übergang in den Schlaf eine Rolle spielen. Deshalb lohnt sich der Blick auf den ganzen Tag.

Unruhe und Luft einordnen

Beobachte, wann die Unruhe beginnt: während des Trinkens, direkt danach, vor dem Stuhlgang oder eher am Abend nach einem vollen Tag? Dieses Muster hilft Hebamme oder Kinderarztpraxis mehr als die pauschale Aussage „immer Bauchweh“.

  • 01
    Beim TrinkenEine ruhige Position, gutes Anlegen und kleine Pausen können weniger Luft bedeuten.
  • 02
    Nach dem TrinkenHalte dein Baby noch einen Moment aufrecht und gib ihm Zeit zum Aufstoßen – ohne Druck.
  • 03
    Bei ÜberreizungLicht und Geräusche reduzieren, Nähe anbieten und den Übergang in Ruhe erleichtern.

Stuhlgang kann sehr verschieden sein

Bei voll gestillten Babys kann die Häufigkeit stark schwanken. Nach den ersten Lebenswochen können auch mehrere Tage zwischen zwei Stuhlwindeln liegen, ohne dass eine Verstopfung vorliegt – solange der Stuhl weich ist und es dem Baby gut geht.

Bei Flaschennahrung ist der Stuhl meist geformter und riecht kräftiger. Mit der Beikost wird er oft fester, seltener und verändert Farbe und Geruch. Sehr seltener, harter und trockener Stuhl kann auf Verstopfung hinweisen.

Ein einzelner Farbwechsel ist oft ernährungsbedingt. Weißer oder roter Stuhl sollte dagegen zeitnah kinderärztlich eingeordnet werden.

Was sanft helfen kann

Ruhiges Trinken, ausreichend Pausen und weniger Reize sind ein guter Anfang. Manche Babys mögen eine sehr sanfte Bauchmassage oder langsame Fahrradbewegungen mit den Beinen. Höre auf, wenn dein Baby Abwehr oder Schmerzen zeigt.

Gib keine Medikamente, Zäpfchen, Tees, Hausmittel oder Spezialnahrung auf eigene Faust. Gerade im ersten Lebensjahr sollte eine anhaltende Veränderung erst mit Hebamme oder Kinderarztpraxis besprochen werden.

Wann ärztlich abklären?

Bitte hole zeitnah medizinischen Rat, wenn dein Baby anhaltend starke Beschwerden hat, häufig erbricht, schlecht trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat, nicht gut zunimmt oder der Bauch ungewöhnlich hart und gebläht wirkt. Auch weißer oder blutroter Stuhl gehört abgeklärt.

Bei Teilnahmslosigkeit, deutlicher Atemnot, grünlichem Erbrechen oder einem insgesamt sehr kranken Eindruck braucht dein Baby sofort medizinische Hilfe. Im Notfall rufst du 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Untersuchung oder Beratung.

Verlässliche Quellen

Grundlage dieses Ratgebers sind die Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zur Verdauung bei Säuglingen. Stand: 21. Juli 2026.